Führungskompetenz: Heute Führungskraft, morgen Leader

Führungskompetenz entsteht nicht über Nacht. Sie ist das Ergebnis stetigen Lernens auf persönlicher, fachlicher und sachlicher Ebene
Lernen ist in jedem Alter notwendig. Allerdings verändern sich im Laufe des Lebens die Lernbereitschaft, die Lernfähigkeit und auch die Art und Weise des Lernens. Zudem spielt es eine große Rolle, welche Themen auf dem Lehrplan stehen. Vokabeln pauken, Zusammenhänge lernen, praktische Anwendungsgebiete verknüpfen oder didaktische Inhalte aufnehmen je nachdem, was zu lernen ist, unterscheiden sich die Lern- und Lehrmethoden.

Wer gelernt hat zu lernen, dem fällt es sicherlich leichter, die neuen Anforderungen des Jobs zu erfüllen. Wem das Rüstzeug dazu noch fehlt, der kann sich eine gute Grundlage mit Gedächtnis- und Merktrainings schaffen. Für Mitarbeiter, die einen Karrieresprung gemacht haben und in eine führende Position gelangt sind, stehen zunächst ganz praktische Punkte auf dem Stundenplan.

Professionelle Schulungen führen zu professionellen Leistungen

Es klingt logisch, doch nicht jeder handelt danach: Professionelle Leistungen erfordern eine professionelle Grundlage. In Sachen Führung gilt das um so mehr. Führungskräfte müssen ein breites Spektrum abdecken. Unabhängig von der Branche müssen Führungskräfte unter anderem diese 5 Aufgaben erfüllen:

  1. Projekte, Aufgaben, Stakeholder koordinieren
    Was sich wie das Anforderungsprofil eines Projektmanagers liest, das findet sich auf der To-Do-Liste von Führungskräften wieder. Je höher die Führungskraft in der Rangordnung steht und je größer die Firma ist, desto geringer wird der Anteil am Gesamtumfang des Arbeitstages ausfallen. Projektmanagement ist in großen Firmen vorwiegend Aufgabe einzelner Fachkräfte. In kleinen Unternehmen fallen die Aufgaben in den Verantwortungsbereich der Führungskraft.
  2. Mit Mitarbeitern, Kunden, Vorgesetzten und Entscheidern kommunizieren und sie informieren
    Im Berufsalltag bedeutet es, daß Führungskräfte
    Führungskräfte führen heute oft im Team, Hierarchien sind oft stark aufgebrochen   und machen neuen Führungsstilen Platz
    • Beziehungen in alle Richtungen pflegen,
    • neue Kontakte herstellen,
    • Aufgaben eruieren, vergeben und verfolgen,
    • Ziele stecken, anstreben und erreichen.
    Die Kommunikation ist ein ganz zentraler Punkt im Jobprofil einer Führungskraft. Netzwerken bekommt eine ganz neue Dimension.
  3. Mitarbeiter entwickeln und fördern
    Führungskräfte müssen sich daran messen lassen, wie sie ihre Mitarbeiter führen. Hier liegt eine Kernaufgabe, die viel Fingerspitzengefühl erfordert. Es geht darum, die einzelnen Mitarbeiter ihren Fähigkeiten entsprechend einzusetzen und dabei die betrieblichen Erfordernisse zu berücksichtigen. Im nächsten Schritt steht die Förderung der Mitarbeiter an. Wie können sie ihr berufliches Profil schärfen? Was passt zu den einzelnen Mitarbeitern? Welche Ziele sind dienlich? Und wie lassen sich die vereinbarten Entwicklungsziele erreichen?
  4. Sich fachlich orientieren und weiterbilden
    Um den Aufgaben gerecht zu werden, brauchen Führungskräfte selbst professionelle Unterstützung. Sie müssen „das Rad nicht neu erfinden“, sondern sie müssen dafür sorgen, dass sie selbst auf dem Laufenden sind. Führungskompetenz für Mitarbeiter lässt sich am besten in individuellen Kursen für Vorgesetzte erlernen. Hier ist Raum, um die spezifischen Fragestellungen zu klären und passende Lösungen für die Firma zu entwickeln.
  5. Entscheidungen treffen
    Entscheidungen zu treffen ist das tägliche Brot einer Führungskraft. Und wer Entscheidungen trifft, der muss die Konsequenzen verantworten. Übrigens liegt es auch in der Verantwortung der Führungskraft, nichts zu tun und die daraus erwachsenden Folgen auf die eigene Kappe zu nehmen. Wie gut die Entscheidungsfähigkeit ist, wird sofort an der Qualität der Ergebnisse sichtbar. Schlechte Entscheidungen ziehen schlechte Ergebnisse nach sich. Zu lernen,  gute Entscheidungen zu treffen (https://www.psychologie-heute.de/das-heft/aktuelle-ausgabe/detailansicht/news/gute_entscheidungen_treffen_eine_anleitung/), ist eine wesentliche Aufgabe von Führungskräften.

Diese Kompetenzen machen eine Führungskraft zu einem echten Leader

Online und offline lernen und sich weiterbilden ist eine Kernaufgabe von Führungskräften
Die eine Seite der Medaille wird aus den oben genannten erlernbaren praktischen Fach-Aufgabenbereichen gebildet. Hier geht es um praktische Tätigkeiten, Aktivitäten und messbare Ergebnisse. Was eine Führungskraft jedoch zu einem echten Leader macht, sind die Softfacts. Wem folgen Mitarbeiter, welche Kompetenzen führen zu einem unverwechselbaren Profil? Es gibt 5 Führungskompetenzen, die aus einer durchschnittlich Führungskraft einen charismatischen Leader machen.

  • Hohe moralische und ethische Ansprüche
    Mitarbeiter folgen Persönlichkeiten mit hohen moralischen Standards. Jemand, der nicht nur an sich und seine eigene Position, sondern auch an die Gesellschaft respektive sein Team denkt, strahlt Integrität und Vertrauen aus. Ein Softfact, den Mitarbeiter schätzen.
  • Flexibilität und Offenheit
    Offen zu sein bedeutet für eine Führungskraft, Input von außen anzunehmen und falls erforderlich, einen Fehler einzugestehen. Wenn Führungskräfte ihre eigene Meinung überdenken und gegebenenfalls ändern, zeigen sie wahre Größe. Fehler sind menschlich, auch bei Führungskräften.
  • Menschlichkeit und helfende Zugewandtheit
    Die Belange der Mitarbeiter kennen, diese ernst nehmen und im Zweifel sogar vor die eigenen Interessen stellen. Diese Form der  helfenden Zugewandtheit (Altruismus) (http://lexikon.stangl.eu/1162/altruismus/) unterscheidet einen Leader ebenfalls von einer durchschnittlichen Führungskraft. Eine altruistische Führungskraft dient den Mitarbeitern zum Wohle der Sache und der beteiligten Steakholder, indem sie fragt: „Was brauchst du, was hilft dir, wie kann ich dich unterstützen?“ Dieser Führungsstil setzt Kräfte bei Mitarbeitern frei und schenkt gleichzeitig allen Freiraum. Er fördert Teamwork, die Loyalität der Mitarbeiter und beeinflusst die Qualität der Ergebnisse positiv.

Der Sprung von der Führungskraft zum Leader ist groß und mit einem hohen persönlichen Einsatz verbunden

Um von einer Führungskraft zum Leader zu avancieren, braucht es ein hohes persönliches Engagement. Das ist nicht jeder Führungskraft beschieden. Mitarbeiter wissen, wie schwierig das Arbeiten unter einer Führungskraft ist, die sich im Grunde nur für die Zahlen, aber nicht für die Menschen interessiert. Natürlich lässt sich weder Moral noch Ethik, Flexibilität und Offenheit oder Altruismus über Nacht erlernen. Es ist eine Frage der Persönlichkeit. Doch die Persönlichkeitsentwicklung steht unter Punkt 4 "fachlich orientieren und weiterbilden"" auf der Liste jeder Führungskraft. Doch nicht jeder kümmert sich darum.

Es ist die Aufgabe einer jeden Führungskraft, sich zur bestmöglichen Führungskraft zu entwickeln, die sie sein kann. Coachings, Seminare, Lektüre von Fachliteratur sowie der Austausch mit anderen Führungskräften gehören damit zum Berufsalltag. Die Persönlichkeitsentwicklung ist sicherlich ein Bereich, dem verstärkt Auf­merk­sam­keit gewidmet werden muß, wenn aus Führungskräften echte Leader werden sollen.